Montag, 28. Januar 2008

Schwinesische Interviews 02

Der Janine im Gespräch mit: Der Maddin, Techniker und Leiter des Schwina-Blogs

Lieber Maddin…

Ich bin der Maddin – ne?

Ja, ich weiß. Ich schreibe mit dir diesen Block. Also Maddin…

Ey sach mal, wer bist du eigentlich?

Maddin, jetzt stell hier nicht deine Ohren auf Durchzug, sondern hör zu. Also, du hast den Schwina-Block gegründet. Warum?

Jetzt mal immer schön der Reihe nach – was willst du eigentlich von mir?

Maddin, ich möchte doch nur wissen, warum du diesen blöden Block gegründet hast!

Du, das hast du schon einmal gesagt.

Ja, und?

Wie und?

Na, warum hast du diesen Block gegründet? Kulturaustausch, Fremdenverkehr, Werbung für dein Heimatland etc.?

Du kannst dich voll gut artikulieren. Weißt du das?

Ja, Maddin, das hast du mir schon einmal gesagt.

Kann ich mich nicht so genau erinnern.

Nun Maddin, stell dich doch vielleicht einfach kurz vor.

So?

Nein, bleib hier stehen – erzähl doch einfach ein bisschen über dich. Was hast du am Wochenende gemacht?

Ich hab wenig geschlafen – ne? Weißt du, ich bin ja auch als DeeDzei unterwegs, aber nicht so wie du jetzt denkst in Diskos mit Hip Hop und Wumme Wumme und so. Nee, du kannst mich buchen für Dorffeste, 60. Geburtstage, Firmenevents oder den schwinesischen Jahresabschlussball. Gestern war ich auf dem Dorffest in Kladow.

Du bist ja vielseitig talentiert.

Ja, das hat meine Mami auch immer gesagt. Aber das ist doch vollkommen irrelevant. Das bringt doch alles nix.

Dein Hauptprojekt ist aber nun der Schwina-Block, oder?

Was für’n Block?

Das Projekt – im Internet, worüber ich dich gerade interviewe.

Geht das vielleicht mit schwinesischen Wörtern, ich kann nämlich kein Französisch.

Nun Maddin, man soll ja auch nicht mit Blinden „Ich-sehe-was-was-du-nicht-siehst“ spielen. Lenken wir das Thema also noch einmal auf Schwina. Was magst du an Schwina?

Kladow.

Und sonst noch etwas?

Das Fachgeschäft für Reentierpullis. Das ist echt super. Warst du da schon einmal?

Ja, mit dir.

Echt? Jetzt weiß ich auch wieder, woher ich dich kenne.

Ja Maddin, du hast uns ja nun richtig schön in den Wald geredet, also noch eine Frage zum Schluss.

Wie, ist schon Schluss?

Ja, wir kommen hier ja eh nicht weiter.

Dann lass hören.

Was sind deine Pläne für die Zukunft?

Naja, ich feiere demnächst meinen Geburtstag. Hab ich dich schon eingeladen?

Nein.

Dann schick ich dir mal eine Einladung. Wie heißt du eigentlich?

Ich danke vielmals für das Gespräch, Maddin..

Kann ich jetzt gehen?

Donnerstag, 24. Januar 2008

Schwinesische Sprache. Heute: Das Alphabet

Das schwinesische ist sowohl von europäischen Sprachen, als auch dem Chinesischen stark beeinflusst worden. Zu besseren Vorstellung ab heute ein paar Lektionen in schwinesischer Sprache.

Das schwinesische Alphabet setzt sich aus 15 Tiersymbolen zusammen: Dachs, Messerwal, rosaroter Panther, Trojaner-Viren, Ungeheuer von Loch Ness, Xantentier, Blinde Kuh, Blonder Hirsch, Nilpferd in der Achterbahn, Kille-Kille-Kuh, Li-La-Laune-Bär, Dodo, Weihnachts-Reentier, Steinlaus und Dieter Krebs. Das entspricht den Nationaltieren Schwinas.

Wie man sich vorstellen kann, dauert das Erlernen dieses Alphabets ziemlich lange. Manche Schwinesen lernen es nie, was vor allem mit mangelnden Fähigkeiten in der Malkunst zu tun hat. Aus diesen 15 Symbolen lassen sich alle schwinesischen Wörter bilden. Zu beachten ist, dass im Schwinesischen die Aussprache von hoher Bedeutung ist, die sich nicht in der Orthographie wiederspiegelt. Beispiel: Blinde Kuh + Messerwal + Steinlaus + Messerwal + Trojaner-Viren Leerstelle Dachs + Xantentier + Blinde Kuh Leerstelle Nilpferd in der Achterbahn + Messerwal + Dodo= (deutsch) Toilette (wenn Stimme bei Steinlaus gesengt wird) / = (deutsch) Willst du mit mir meinen Reentierpulli teilen? (wenn Stimme bei Steinlaus gehoben wird) / = (deutsch) Ich möchte diesen Teppich nicht kaufen! (wenn es so ausgesprochen wird, wie Arnold Schwarzenegger spricht) / = (deutsch) Hände hoch, das ist ein Überfall! (wenn es wie ein trötender Elefant geschrieen wird) und noch etwa 92 andere Bedeutungen, je nach Dialekt.

Zur Aussprache: Den verschiedenen Symbolen ist je ein sprachlicher Laut zugeordnet:

Dachs = a (umgedreht = ä)

Messerwal = e

Rosaroter Panther = schwa-Laut

Trojaner-Viren = i

Ungeheuer von Loch Ness = o (umgedreht = ö)

Xantentier = u (umgedreht = ü)

Blinde Kuh = bilabiale Laute

Blonder Hirsch = labio-dentale Laute

Nilpferd in der Achterbahn = alveolare Laute

Kille-Kille-Kuh = labiodentale Laute

Dodo = post-alveolare Laute

Weihnachts-Reentier = velare Laute

Steinlaus = glottale Laute

Dieter Krebs = palatale Laute

Wie man sieht fehlen im Schwinesischen retroflexe Laute, uvulae und pharyngale Laute gänzlich. Das macht das Erlernen von Fremdsprachen nicht unbedingt leichter. Der Laut ist in der Regel vom Schriftbild nicht abzulesen, genauso wenig wie die Semantik (s.o.). Das macht für Nicht-Schwinesen das Lernen der Sprache schwer.

Nächstes Mal erkläre ich euch die Grundlagen der Schwinesischen Wörter bezüglich einfacher Basismorpheme (Schwinesisch: Ungeheuer von Loch Ness + Dieter Krebs + Nilpferd in der Achterbahn, hart ausgesprochen, so wie ein russischer General in einem amerikanischen Film der 70er Jahre)

Montag, 14. Januar 2008

Weisheit aus Schwina

Ich habe gerade auf meinem Weg durch Kladow einen Spruch gelesen, über den ich schon seit zwei Stunden nachdenke:

Die Weisen aus China, müssen nach Schweden durch Schwina. Und wollen sie zurück, dann auch.

Wart ihr schon einmal in China? Kein Vergleich zu Schwina: Keine preiswerten Reentierpullis, keine nervige Musik im Radio und immer nur Reis. Jetzt könntet ihr ja denken, dass wir Schwinesen bald wegen Olympia nach China kämen. Leider wurden unsere Nationalmannschaft in Pfannenweitwurf, Mega-Gähnen, Über-Kopf-Bügeln und Malen nach Zahlen nicht akzeptiert. Der schwinesische Nationalsport ist eben doch etwas ganz spezielles und nicht für die Deppen gedacht, die hinter einem Ball herrennen, Doping für viel zu lange Strecken nehmen und sich die Köppe einschlagen lassen. Bei uns zählt noch Intelligenz und Kreativität. Und dass Bälle per Dekret seit 1820 verboten sind.

Sonntag, 13. Januar 2008

Schwinesische Interviews 01

Liebe Freunde außerhalb Schwinas!

"Die Schwinesen leben nicht hinter den Kartoffeln. Oder so." Das sagte einmal ein berühmter Philosoph Schwinas. Namen habe ich vergessen. Um euch auch davon zu überzeugen, dass Schwina genauso attraktiv wie die anderen Länder dieser Welt ist, interviewe ich für Euch wichtige Persönlichkeiten der schwinesischen Gesellschaft. Heute beginnen wir mit einem Vertreter der Intelligenzija. Viel Vergnügen.

Der Janine

Der Janine im Gespräch mit: Prof. Dr. Hermann Kuppelus, Direktor des Instituts für Stummfilmkunde an der staatlichen Universität Kladow

Herr Prof. Kuppelus, Sie sind der Leiter des weltweit einzigen Instituts für Stummfilmkunde. Wie kommt es, dass gerade in einem Land wie Schwina ein solches Institut angesiedelt ist?

Nun, wissen Sie, wir Schwinesen haben eine gewisse Affinität zu Stummfilmen, weil unsere Fernseher noch nicht in Farbe senden können. Dort haben leider unsere Techniker ein wenig den Anschluss an die Welt außerhalb verloren. Stummfilme erfreuen sich durch diesen Misstand jedoch einer großen Beliebtheit, sodass wir in Schwina nicht nur das einzige Institut für Stummfilmkunde haben, sondern auch die weltweit einzige Produktionsfirma, die sich auf das Drehen von Stummfilmen konzentriert hat.

Sie spielen da auf die „Schwinesische Stummfilmfabrik“ an, Herr Kuppelus.

Richtig, die „Schwinesische Stummfilmfabrik“ produziert täglich zwei kurze Stummfilme, die dann abends im staatlichen Schwinesischen Fernsehen, dem ersten Programm, gezeigt werden. Einer der kurzen Filme ist in der Regel von einer biblischen Geschichte inspiriert, der andere ist eine Art Collage von Dorffesten, Hochzeiten und Partys gemischt mit aktuellen politischen Ereignissen.

Die sich in Schwina nicht unbedingt unterscheiden.

Genau. Die Schwinesen feiern die Politik, wie sie gerade fällt. Oder so.

Da haben Sie ein sehr vielfältiges Material, das sie jeden Tag neu präsentiert bekommen.

Nun, wir nehmen die Filme natürlich auf Super-8 auf und verwahren sie gut sortiert in unserem Archiv, im Keller, wo kalt is’. Dort haben wir sämtlich, aber ausnahmslos sämtliche, Stummfilme der letzten dreiundzwanzig Jahre gesammelt, seit der Gründung des Instituts. Besonders stolz sind wir auf einige Exemplare ausländischer Stummfilme, die wir uns aber noch nicht angeschaut haben, denn wir können leider die Sprachen nicht.

Das ist sehr bedauerlich. Was machen Sie dann mit den Stummfilmen?

Nun, momentan gar nichts. Wir heben sie zurzeit nur auf, um sie später zu sichten. Das hängt damit zusammen, dass unser Institut unter notorischem Personalmangel leidet und ich einfach nicht dazu komme, mir die Filme genauer anzuschauen. Im Moment ist nur meine Professorenstelle bezahlt sowie ein Archivar. Mit meinen Seminaren und Vorlesungen komme ich einfach nicht dazu, die Filme zu sichten.

Was muss man als Student mitbringen, wenn man an ihrem Institut lernen möchte?

Nun ich bin ganz offen: Unser Studiengang hat eine gute Abschlussquote. Etwa 75% der Studenten schließen ihr Studium in der Stummfilmkunde ab und haben dann den schwinaweit anerkannten Abschluss „Hering des Jahres“. Leider hat es bisher kaum einer der Studenten geschafft, nach dem Studium mit seinem Abschluss eine Anstellung zu finden, was nicht zuletzt damit zusammenhängt, dass die „Schwinesische Stummfilmfabrik“ sowieso schon überbesetzt ist. Wenn sie handwerkliche Fähigkeiten oder Kenntnisse von Technik vorweisen können, sind sie schon ein wenig besser bestellt und haben eine sehr gute Aussicht auf spätere Beschäftigung.

Sie haben mir bei unserem Telefonat berichtet, dass Musiker aufgrund der Stummfilme einen recht guten Status haben.

Ja, so ist es. Wissen Sie, die etwas reicheren Fernsehbesitzer leisten sich auch gerne ihren eigenen Stummfilmmusiker. Sie glauben ja gar nicht wie langweilig Stummfilme ohne Musik sind.

Forschen Sie auch auf dem Gebiet der Musik zu Stummfilmen?

Dafür versuchen wir vom Schwinesischen Bildungsministerium zurzeit Gelder zu bekommen, um interdisziplinär diesen wichtigen Bereich abdecken zu können.

Ansprache zur Lage der Nation 01

Liebe Schwinesen und Schwinesinnen,
liebe Gäste!

Aus unserer Hauptstadt Kladow grüße ich Euch ganz herzlich!
Auch am heutigen Tag gibt es nur Positives zu vermelden.
Zunächst: bei uns gibt es KEINE JUGENDKRIMINALITÄT IN UBAHNEN!

Alle Schwinesen und Schwinesinnen sind ausnahmslos zu langsam, um Kriminalität auch nur zu buchstabieren. Außerdem fährt niemand U-Bahn - das wurde im "UBahnGesetz 1792" verboten, gemeinsam mit dem gleichzeitigen Konsum von Kokain und CocaCola. UBahn war das Unwort des Jahres 1987-1990 und 2002-2004. 2006 fand die Abstimmung nicht statt, weil 2005 "Unwort des Jahres" zum "Unwort des Jahres" gewählt wurde.

In diesem Sinne grüßt der Präsident!

(Vertreten durch Der Maddin)